Was wäre,
wenn Glück nicht bedeutet,
immer leicht aufzustehen?
Was wäre,
wenn ein erfüllter Job
nicht davor schützt,
manchmal keinen Sinn zu spüren?
Was wäre,
wenn ein schönes Zuhause
kein Garant dafür ist,
dass sich das Herz jeden Morgen weit anfühlt?
Wir haben gelernt,
dass Dankbarkeit heisst,
nicht zu zweifeln.
Dass Freiheit heisst,
nicht müde zu sein.
Dass Erfüllung heisst,
immer motiviert zu bleiben.
Aber vielleicht stimmt das nicht.
Vielleicht gehört das Tief
genauso zum Traum
wie der Höhenflug.
Vielleicht ist es kein Widerspruch,
sondern ein Rhythmus.
Ein Tief kann leise sein.
Es macht das Aufstehen schwer.
Es legt Gewicht auf die Gedanken.
Es flüstert: "Heute nicht."
Und vielleicht ist genau das
kein Fehler im System.
Sondern eine Einladung.
Nicht zur Produktivität.
Sondern eine Pause.
Nicht zur Optimierung.
Sondern zum Sein.
Was wäre,
wenn wir uns darin üben würden.
nicht jedes Tief sofort zu therapieren,
nicht sofort zu erklären,
nicht sofort zu überwinden?
Was wäre, wenn wir lernen dürften,
es auszuhalten?
Und vielleicht sogar
für einen Moment
darin zu ruhen?
Ein Tief geht vorbei.
Wie ein Wintertag.
Wie eine stille Ebbe.
Und manchmal ist es genau diese Ebbe,
die uns wieder Kraft gibt
für die nächste Welle.
Vielleicht müssen wir nicht immer stark sein.
Vielleicht dürfen wir auch dann weich sein,
wenn eigentlich alles gut ist.
Reflexionsimpuls
Wo versuchst du gerade, ein Tief zu rechtfertigen,
anstatt es dir einfach zu erlauben?
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