Gedankentanz #17: Bitte lächeln

Bitte lächeln.

Jammern verboten, Lachen ist Trumpf.

 

Was wäre, wenn Lachen einfach leichter auszuhalten ist als Stille?

 

Vielleicht fühlt sich Fröhlichkeit für das Aussen sicherer an

als ein Mensch, der gerade nichts geben kann.

 

Es gibt Sätze, die gut gemeint sind - 

und trotzdem etwas überdecken.

 

"Lach mal wieder"."

"Mit einem Lächeln siehst du viel schöner aus."

 

Was wäre, wenn solche Sätze weniger Rat sind

und mehr ein Versuch, selbst nichts fühlen zu müssen?

 

In einer Welt, die scrollt, optimiert und unterhält,

hat das Leichte Vorrang.

Das Lustige.

Das Funktionierende.

Das, was nicht stehen bleibt.

 

Was wäre, wenn wir und deshalb lieber lustige Videos anschauen,

als einem echten Menschen zuzuhören, dem es gerade nicht gut geht?

 

Vielleicht erklären genau das

die vielen Tipps, das ständige Verbessern,

das Influencern von aussen - 

und das Unbequeme so schnell weitergewischt wird.

 

Nicht jedes Schweigen ist Jammern.

Und nicht jedes Lächeln ist ehrlich.

 

Was wäre, wenn Stärke nicht darin liegt,

gut auszusehen,

sondern dazubleiben - auch ohne Maske?

 

Es gibt Menschen, die jammern aus Prinzip.

Und andere, die still werden,

weil sie gerade keine Worte haben.

 

Was wäre, wenn beides Platz haben dürfte,

ohne bewertet zu werden.

 

Vielleicht geht es gar nicht darum,

ob jemand lacht oder nicht.

Sondern darum,

ob alles da sein darf.

 

Auch ausserhalb von Social Media.

Auch im echten Gegenüber.

Auch an Tagen, die nichts Glänzendes bereithalten.

 

Was wäre, wenn wir uns wieder erlauben würden,

Mensch zu sein - statt gut zu funktionieren?


Reflexionsimpuls


Wo erlaubst du dir noch kein echtes

Da-sein,

weil Lachen gerade einfacher wäre?


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